Die machen's anders · Schweiz

Mit knapp 60 noch einmal ganz von vorn lernen.

NeustartBerufRedaktionell entdeckt

30 Jahre arbeitete Maja Bleibler Scheben als Sozialarbeiterin in Zürich. Mit knapp 60 begann sie noch einmal eine Lehre – zur Landwirtin.

Der Auslöser war keine klassische Karriereplanung. Als ihre drei Kinder selbstständig geworden waren, stellte sie sich die Frage, was sie mit ihrem weiteren Leben noch anfangen wollte. 2013 begann sie auf dem Bergerhof in Maur im Kanton Zürich die Ausbildung zur Landwirtin EFZ.

Der Neustart bedeutete Schule, Hausaufgaben, körperliche Arbeit und eine völlig neue Umgebung. Hinzu kam ein Nebenjob, mit dem sie die Ausbildung finanzierte. Auch Vorbehalte begegneten ihr: Ein deutlich jüngerer Mitlernender fragte sich anfangs, ob eine Frau mit 60 die körperliche Arbeit überhaupt schaffen würde. Die Erfahrung widerlegte das schnell.

Sie schloss die Lehre 2016 ab. Drei Jahre später berichtete SRF erneut über sie: Mit 63 arbeitete sie drei Tage pro Woche auf einem Bio-Bergbauernhof im Albulatal und kümmerte sich dort vor allem um die Tiere. Den Schritt in die neue Ausbildung beschrieb sie rückblickend als einen der besten Entscheide ihres Lebens.

Ein neuer Anfang kennt kein festes Alter. Manchmal bedeutet Weitergehen, noch einmal Anfängerin zu sein.

Die Geschichte ist kein Plädoyer dafür, dass jeder mit 60 noch einmal eine Ausbildung beginnen sollte. Sie zeigt etwas anderes: Erfahrung und Neugier schließen sich nicht aus. Und ein Lebenslauf muss nicht irgendwann nur noch aus dem bestehen, was bereits war.

Quellen & weiterführend

Quellen geprüft am 2. September 2026.

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