Die machen's anders · ARBEIT
Erfahrung? Kann man nicht einfach ersetzen.
Redaktionell ausgewählt · kein PartnerbeitragErfahrung ist hier kein freundlicher Zusatz. Sie ist Teil dessen, was das Unternehmen braucht.
Die Robert Herder GmbH & Co. KG hinter den Windmühlenmessern beschäftigt in Solingen rund 80 Menschen. Nach einem Bericht der Tagesschau ist etwa die Hälfte der Belegschaft über 50. Im Unternehmen arbeiten auch Menschen über das reguläre Rentenalter hinaus – freiwillig.
Der interessante Punkt ist nicht das Alter an sich, sondern der Wert des Wissens. Windmühlenmesser fertigt einen großen Teil seiner Messer weiterhin in traditionellen handwerklichen Arbeitsschritten. Als alte Ausbildungsberufe der Messerfertigung verschwanden, drohte damit auch praktisches Können verloren zu gehen.
Das Unternehmen entschied sich deshalb, alte Handwerke wiederzubeleben. Der letzte Schleifermeister Wilfried Fehrekampf übernahm bereits im Rentenalter die Ausbildung jüngerer Schleifer und gab sein Wissen über Jahre weiter.
Geschäftsführerin Giselheid Herder-Scholz beschreibt den Generationenmix ausdrücklich als Vorteil: Jüngere profitieren vom Wissen und von der Erfahrung älterer Beschäftigter – und umgekehrt.
Das ist mehr als eine freundliche Haltung gegenüber älteren Mitarbeitenden. Es zeigt, dass Erfahrung ein konkreter wirtschaftlicher und handwerklicher Wert sein kann.
Warum 50. Na und?
Weil hier Erfahrung nicht als Kostenfaktor behandelt wird, der irgendwann ausläuft – sondern als Wissen, das ein Unternehmen tatsächlich braucht und weitergeben will.
Quellen & weiterführend
- Tagesschau: Wie die Firma von der Generation 50 plus profitiert
- Windmühlenmesser: Geschichte der Firma Robert Herder
- Windmühlenmesser: Ausbildung – der Messerschleifer
Quellen geprüft am 28. August 2026.